Streitschlichtung

„Der nimmt mir immer mein Mäppchen weg!“ – „Aber die hat sich heute in der Mensa einfach vorgedrängelt!“

Logo der StreitschlichterUntereinander können Schüler Probleme und Streitigkeiten anderer gut nachvollziehen und fühlen sich von anderen Schülern häufig ernster genommen als von Erwachsenen, die von den Problemen der Kinder weiter weg oder als Lehrer z.B. mit der Bewältigung anderer Aufgaben des Schulalltags beschäftigt sind.

Streitende SchülerInnen können sich selbst entscheiden, sich an die Streitschlichter zu wenden, sie können  aber auch von Lehrern oder Mitschülern dazu aufgefordert werden. Streitschlichtung kann aber nur gelingen, wenn die Kontrahenten letztlich auch selbst ihren Konflikt lösen wollen (Prinzip Freiwilligkeit)

Die Schlichter helfen als neutrale Begleiter den jüngeren Schülern bei der Lösungsfindung, sie geben keine Ratschläge, sind also weder Polizisten noch Anwälte oder Richter.

In der einjährigen Streitschlichterausbildung, die unsere Sozialpädagogin Frau Ersöz und die Lehrer Frau Niessen und Herr Meyer während der AG-Zeit durchführen, lernen Jungen und Mädchen des 9. und 10. Jahrgangs mit Konflikten innerhalb und außerhalb der Schule umzugehen.

Sie erfahren, dass sie Konflikte selber lösen können ohne sich an Erwachsene wenden zu müssen. Hierzu werden besondere Kommunikations- und Verhaltensweisen erlernt und in Rollenspielen trainiert.

In einem Streitschlichtungsgespräch soll man eine gemeinsame, von beiden Konfliktparteien akzeptierte Lösung für das Problem finden, so dass am Ende beide Seiten sich als Gewinner fühlen können (win-win-Prinzip). Streitende sollen die auslösende Situation des Streits reflektieren, den eigenen Standpunkt überdenken und Mitverantwortung für die gemeinsame Problemlösung übernehmen.

Typische Konflikte, in denen Streitschlichter vermitteln, sind z.B. das Wegnehmen oder Runterwerfen von Sachen, Beleidigungen und Beziehungskonflikte.
Sollte die Streitschlichtung an ihre Grenzen kommen, z. B. bei juristisch relevanten Tatbeständen, weitreichenden familiären Problemen oder lang andauernden Mobbing-Situationen, vermitteln die Streitschlichter die SchülerInnen weiter an das Beratungsteam.

Die Streitschlichtergespräche finden in den Frühstücks- bzw. Mittagspausen nach einem festen Plan im Streitschlichtungsraum der Schule statt, die Streitschlichter arbeiten in sogenannten “Tandems”, pro Pause sind also immer zwei SchlichterInnen anwesend. Über das Verfahren und die getroffenen Vereinbarungen wahren die Streitschlichter Verschwiegenheit.

Momentan gibt es 18 aktive StreitschlichterInnen, deren Angebot sich vorwiegend an die Schülerinnen und Schüler des 5. und 6. Jahrgangs richtet.

Das ist unsere Streitschlichter-Ente Friedolin. Die Streitschlichter schenken sie allen neu beginnenden Schulklassen des 5. Jahrgangs, damit sie die Schüler immer wieder an die Streitschlichter und ihr gutes Angebot zur Konfliktlösung erinnert.