Der Startschuss einer Partnerschaft mit dem WDR: Die Geschichts-Zusatzkurse der Q2 erarbeiteten ein spannendes erstes Projekt.
Stolpersteine sind kleine Messingtafeln im Boden, die an Menschen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Sie liegen meist vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer und holen die Erinnerung damit direkt in den Alltag der heutigen Gesellschaft zurück. Wer an ihnen vorbeigeht, „stolpert“ nicht im wörtlichen Sinn – sondern im Kopf über einen Namen, ein Geburtsdatum und ein Schicksal. Die Stolpersteine standen auch im Mittelpunkt eines besonderen Projekts der Geschichts-Zusatzkurse der Q2. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich intensiv mit Stolpersteinen in Bonn auseinander. Begleitet und unterstützt wurde das Projekt von Frau Miersch und Frau Odens – und dem WDR.
Ein Auftaktseminar des WDR läutete des Projekt ein, bei dem die Schülerinnen und Schüler zunächst Informationen über die Stolpersteine erhielten. Im Anschluss erklärte ihnen Frau Wirges vom WDR, wie Texte und Graphic-Storys für eine Stolperstein-App erarbeitet werden sollen. Dabei lernten sie besonders viel über Recherche und Quellenarbeit. Im Rahmen des Projekts setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit einzelnen Biografien auseinander. In Partnerarbeit recherchierten sie die Lebensgeschichten von Menschen aus Plittersdorf, Bad Godesberg und Poppelsdorf. Dabei ging es nicht nur um historische Fakten, sondern vor allem um die persönlichen Geschichten hinter den Namen: um Familien, Hoffnungen, Alltag und schließlich um die Verfolgung während der NS-Zeit. Während eines gemeinsamen Rundgangs zu verschiedenen Stolpersteinen in Bonn stellten die Gruppen ihre Ergebnisse vor. Direkt an den Orten, an denen die betroffenen Menschen einst lebten, wurden die zuvor erarbeiteten Texte präsentiert. Unterstützt wurden die Vorträge durch Grafiken, Skizzen und Bilder, die die Lebensgeschichten anschaulich machten. Viele der erstellten Texte und Materialien wurden zudem in der Stolperstein- App des WDR hochgeladen, sodass auch andere Interessierte die Biografien und Standorte der Steine entdecken können.
Besonders eindrücklich wurde dabei, dass hinter jedem einzelnen Stolperstein ein individuelles Leben steht. Jeder Name erzählt eine eigene Geschichte – eine Geschichte von Menschen, die einst Teil der Gesellschaft waren und deren Leben durch die nationalsozialistische Verfolgung gewaltsam beendet oder zerstört wurde. Durch die direkte Begegnung mit diesen Orten entsteht ein persönlicher Zugang zur Geschichte, der weit über das hinausgeht, was ein Schulbuch vermitteln kann.
Kürzlich hat die Elisabeth-Selbert Gesamtschule dann die Plakette als Partnerschule für das Stolpersteinprojekt mit dem WDR erhalten. Damit ist der Baustein für eine langfristige Partnerarbeit zum Stolperstein-Projekt des WDRs gelegt. Dabei bedanken wir uns sehr herzlich bei Frau Wirges und ihrem Team beim WDR. (Safaa Baba, Ilef Rais und Lina Nejah)









