Ein spannender interreligiöser Austausch 

Gleich die erste Erzählung berührte die ESG-Schülerinnen und Schülern emotional: Roland, ein jüdischer Besucher, erinnerte sich an einen Schultag im Kindesalter. Beim Fußballspielen auf dem Schulhof stürzte einer seiner Mitschüler während eines Zweikampfs. Daraufhin habe ihn der Mitschüler beschimpft. Doch diese Beschimpfung war mehr als ein Reflex aus Frust – die Worte waren ein verbaler antisemitischer Angriff. Der Vorfall habe ihn damals tief gekränkt, erzählte Roland weiter. Bis heute ist er ihm im Gedächtnis geblieben und deshalb berichtete davon, als ein ESG-Schüler sich nach ,,Schwierigkeiten“ in seiner Kindheit aufgrund seiner Religion erkundigte. 

Roland und Ben besuchten jetzt die Geschichtskurse der EF von Herrn Turan und Frau Heim anlässlich des Projekts „Meet a jew“. Die Aktion ermöglicht persönliche Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens. Interessiert stellten die EF-Schülerinnen und Schüler Roland und Ben zahlreiche Fragen vor dem Hintergrund ihrer Religion. So entwickelte sich ein spannender interreligiöser Austausch mit zwei Gästen sehr unterschiedlichen Alters: Während Ben noch frisch in der Berufswelt ist, befindet sich Roland schon im Rentenalter. Daher sind beide in ganz anderen Dekaden groß geworden – dementsprechend berichteten sie von ganz unterschiedlichen Erfahrungen als Personen jüdischen Glaubens. Beide waren übrigens schon mehrfach an der ESG im Rahmen des Projekts „Meet a jew“, das vom Zentralrat der Juden angeboten wird. Lehrerin Jale Marx hatte die Begegnung organisiert.  (Julian Hinn)