Literaturkurs besuchte die Theaterwerkstätten. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren nicht nur, wie anspruchsvoll eine Bühnenproduktion ist.
Ein besonderer Blick hinter die Kulissen erwartete zwölf Schülerinnen des Literaturkurses der Q1 bei ihrem Besuch der Werkstätten des Theater Bonn. Die Exkursion war eine direkte Fortsetzung der beiden Workshops mit Chefmaskenbildner Andreas Frank, der den Kurs bereits an der ESG besucht hatte.
Während einer gut einstündigen Führung erhielten die Schülerinnen spannende Einblicke in die verschiedenen Werkstätten auf dem Theatergelände. Dabei wurde schnell deutlich, wie viele unterschiedliche Gewerke zusammenarbeiten müssen, damit am Ende eine professionelle Theaterproduktion auf die Bühne gebracht werden kann.
Besonders beeindruckend war der Besuch der Maskenbildnerei. Dort konnten die Schülerinnen den Maskenbildnerinnen bei ihrer aktuellen Arbeit über die Schulter schauen, Fragen stellen und sich über Ausbildung, Berufspraxis und die besonderen Anforderungen des Theaters austauschen. Große Faszination löste vor allem die Herstellung von Perücken aus: Diese werden aus echten Menschenhaaren in aufwendiger Handarbeit gefertigt und individuell für eine Schauspielerin oder einen Schauspieler angepasst. Je nach Modell können dabei etwa 70 bis 80 Arbeitsstunden in einer einzigen Perücke stecken.
Doch auch die anderen Werkstätten boten spannende Einblicke. So erfuhren die Schülerinnen, wie Bühnenbilder aus möglichst leichten Materialien konstruiert werden, damit sie flexibel eingesetzt und bewegt werden können. Ebenso beeindruckend war die Arbeit der Theatermalerei, in der riesige Leinwände und Kulissenteile mit großer Präzision gestaltet werden. Eine überraschende Information für viele: Die am häufigsten verwendete Farbe ist Schwarz, da sie dabei hilft, Holzkonstruktionen und technische Elemente auf der Bühne optisch verschwinden zu lassen.
Für den Literaturkurs war die Exkursion eine wertvolle Ergänzung zur eigenen Theaterarbeit. Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie viel handwerkliches Können, Kreativität und Teamarbeit hinter einer Theateraufführung stecken – von der ersten Idee bis zum fertigen Bühnenbild und zur letzten Haarsträhne einer Perücke.
Ein herzlicher Dank gilt Andreas Frank und dem gesamten Team des Theater Bonn für die interessante Führung und die offenen Einblicke in ihre Arbeit. Die Schülerinnen konnten viele neue Eindrücke mitnehmen und einen Bereich kennenlernen, der dem Publikum bei einer Aufführung normalerweise verborgen bleibt. (Jonas Rennoch)








