Zwei Klassen der ESG besuchten das NS-Dokumentationszentrum in Köln. Plötzlich war der Holocaust mehr als ein Thema auf einem Arbeitsblatt.
Dieser Ausflug hinterlässt bei den Schülerinnen und Schülern der Klassen 10b und 10c einen bleibenden Eindruck, denn sie erhielten vor Ort Einblicke in eine düstere Zeit der deutschen Geschichte. Die Klassen besuchten mit den Lehrern Herrn Schiffers, Frau Adam, Frau Glos und Frau Matthies das NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus in Köln. Taiba Niaz aus der 10c berichtet:
Gemeinsam fuhren wir an diesem Mittwochmorgen mit dem Zug nach Köln. Vor Ort wurden wir Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen aufgeteilt und von Gästeführern durch die Ausstellung geführt. Wir besichtigten im Keller das ehemalige Gestapo-Gefängnis. Dort sahen wir die zehn Zellen mit den erhaltenen Wandinschriften der Häftlinge und den stickigen Tiefkeller mit dem Gestapo-Bunker, außerdem den verspiegelten Innenhof, der dazu dient, zum Ausdruck zu bringen, wie die Opfer sich beobachtet gefühlt haben. Dort wurden Exekutionen durchgeführt.
Doch warum besuchten wir das NS-Dokumentationszentrum?
Bisher erfuhren wir Schülerinnen und Schüler nur durch Erzählungen im Geschichtsunterricht, was während des Holocausts geschah beziehungsweise unter welchen Lebensumständen die Betroffenen leiden mussten. Dadurch, dass sich die Ausstellung am Ort des Geschehens befindet und tiefgründiger über die Geschichte des Nationalsozialismus sowie die Verfolgung der Opfer zur Kriegszeit informiert, half sie uns, den Nationalsozialismus und seine verheerenden Folgen greifbarer zu machen.
In einem abschließenden Reflexionsgespräch war folgendes sofort klar:
Der Ausflug hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrern eine bleibende Erinnerung. Einige Mitschülerinnen und Mitschüler erklärten, dass ihre eigenen großen Sorgen plötzlich klein vorkamen und dass der stickige, unangenehme Geruch nicht mehr auf dem Arbeitsblatt steht, sondern selbst zu erleben ist. Auch die zahlreichen Wandinschriften prägten sich in unsere Köpfe ein, denn die aufgeschriebenen Namen und Hilferufe lassen einen vor Ort spüren, dass es Menschen mit einer Familie, Sorgen und Träumen waren, die diese Spuren hinterließen, die schon seit über 80 Jahren Geschichte erzählen.








