{"id":4052,"date":"2013-11-10T13:09:48","date_gmt":"2013-11-10T12:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?p=4052"},"modified":"2013-11-10T13:09:48","modified_gmt":"2013-11-10T12:09:48","slug":"bericht-zur-abschlussfahrt-der-klasse-10e-auf-dem-ijsselmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?p=4052","title":{"rendered":"Bericht zur Abschlussfahrt der Klasse 10e auf dem Ijsselmeer"},"content":{"rendered":"<p>Wie wir bereits im letzten Schuljahr mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit entschieden hatten, flogen wir zu unserer Abschlussfahrt nicht nach Dublin, sondern wollten f\u00fcnf Tage lang in Holland auf dem Ijsselmeer segeln. Im Vorfeld war ich, wie viele andere Sch\u00fcler auch, skeptisch, ob das kleine Segelboot nicht etwas zu eng f\u00fcr 26 Sch\u00fcler und drei Lehrer w\u00e4re und ob die langen Reisezeiten und die mangelnde Bewegung nicht etwas auf die Stimmung dr\u00fccken w\u00fcrden. Doch keine dieser drei Annahmen best\u00e4tigten sich.<\/p>\n<p>Nach einer l\u00e4ngeren Busfahrt trafen wir im Hafen von Enkhuizen einer kleinen, aber im Vergleich zu den anderen Hafenst\u00e4dten, welche wir im weiteren Verlaufe der Reise noch besuchen w\u00fcrden, eher gro\u00dfen Stadt ein. Unser Schiff, welches den Namen \u201e\u2018t Wapen fan Frysl\u00e2n\u201c hatte, lag bereits vor Anker. Die Kabinen erwiesen sich als klein, aber bewohnbar. Die zugeh\u00f6rigen Badezimmer allerdings waren so klein, dass man vom Klo aus sowohl das Waschbecken reinigen, als auch die hinter diesem liegende Dusche h\u00e4tte bedienen k\u00f6nnen. Dennoch konnte man sich auch in diesen Duschen waschen. Trotzdem zogen es manche der Sch\u00fcler vor, in den in allen H\u00e4fen vorhandenen \u00a0Sanit\u00e4reinrichtungen zu duschen, da sie diese als hygienischer und komfortabler empfanden.<\/p>\n<p>Entgegen meiner Erwartung hatten wir an Deck nicht all zu viele Aufgaben. Nur das Hissen des Hauptsegels und des Dreiecksegels, welches \u201eFock\u201c hei\u00dft, und des gro\u00dfen Segels oberhalb der Br\u00fccke und deren Einholungen standen auf unserer Pflichtenliste an Deck. Bereits nach ungef\u00e4hr anderthalb Stunden segelten wir los.<\/p>\n<p>An diesem ersten Tag hatten wir unsere k\u00fcrzeste vom Wind angetriebene Fahrt. Auf der \u00dcberfahrt spielten wir Gesellschaftsspiele. Im Vorfeld hatten die Eltern und Lehrer trotz starker Proteste beschlossen, dass man die Handys nur abends und nachmittags verwenden d\u00fcrfe. R\u00fcckblickend muss ich diese Entscheidung loben, da es so zu viel mehr Austausch und Gemeinsamkeit kam, als es mit den Handys der Fall gewesen w\u00e4re. Die beliebtesten Gesellschaftsspiele waren unumstritten \u201eTexas Hold\u2019em Poker\u201c, \u201eUno\u201c und \u201eBlack Stories\u201c. Am ersten Abend ankerten wir in Stavoren, einer kleinen Stadt, in welcher sich viele Sch\u00fcler mit Leckereien eindeckten. Alkohol war dabei allerdings genauso verboten wie Energie-Drinks. Dies hatten wir zuvor mit vielen weiteren allgemeinen und speziellen Regeln in einem Klassenfahrtsvertrag festgehalten, ebenso wie die teilweise Verbannung der Handys. Dieser Vertrag wurde von allen weitestgehend eingehalten.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag w\u00fcrden wir l\u00e4nger und weiter segeln. Allerdings wussten wir am Abend zuvor noch nicht so genau, wohin die Reise gehen w\u00fcrde. Denn die Skipper Eric und Patric mussten sich genauso nach dem aktuellen Wetter richten, wie alle anderen Seefahrer in der Historie unseres Planeten auch. So kam es auch, dass wir am Mittwoch nur bedingt und am Donnerstag gar nicht mit den Segeln fahren konnten, weil wir am einen Tag zu wenig, am anderen zu viel Wind hatten.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Dienstagmittag ankerten wir in Lemmer. Dort gab es freilich nicht allzu viel zu sehen. Die Verpflegung auf dem Schiff allerdings gestaltete sich nicht als sehr einfach. Die Kochgruppen hatten oft Probleme, alle ben\u00f6tigten Zutaten zusammen zu bekommen, vor allem an diesem Dienstag. Im Vorfeld hatten wir alle Kochgruppen gebildet. Jede musste sowohl einmal das Fr\u00fchst\u00fcck und einmal ein warmes Abendessen zubereiten, als auch zweimal in der winzigen K\u00fcche den kompletten Abwasch von ungef\u00e4hr einer Dreiviertelstunde t\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Am Mittwoch waren wir mit etwa sieben Stunden die l\u00e4ngste Zeit auf See. Gleichzeitig war dies der Tag mit der sch\u00f6nsten hollandtypischen Kleinstadt. Wir segelten nach Medemblik. Diese Stadt war zugleich aber auch die kleinste; es gab gerade mal eine Stra\u00dfe mit Gesch\u00e4ften. Dennoch bleibt mir die Stadt nicht zuletzt wegen der hervorragenden Pommes in Erinnerung.<\/p>\n<p>Bereits am Donnerstag kehrten wir nach Enkhuizen zur\u00fcck, von wo aus wir am Montag gestartet waren. Auch hier gingen wir an Land, um uns mit Delikatessen f\u00fcr die R\u00fcckfahrt einzudecken. An diesem Abend schauten wir wie bereits am Abend zuvor einen Film.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen war es zum ersten Mal klar und der Vollmond zog eine Schneise \u00fcber das Meer &#8211; ein w\u00fcrdiger, fast poetischer Abschluss f\u00fcr diese Klassenfahrt!<\/p>\n<p>Alles in allem hatten wir Gl\u00fcck mit dem Wetter. Die Enge des Schiffs war auch deshalb von Vorteil, weil die durch E-und G-Kurse h\u00e4ufig getrennte Klasse endlich mal wieder auf engstem Raum fast konfliktfrei beisammen war.<\/p>\n<p>Eine tolle Abschlussfahrt f\u00fcr eine tolle Klasse! Am besten haben mir pers\u00f6nlich die Sch\u00f6nheit des offenen Meeres, die Gesellschaftsspiele mit den Klassenkameraden und \u201eSiva\u201c, der Bordhund gefallen. Nicht gut gefallen hat mir das \u201eStimmungsbarometer\u201c, an welchem wir abends unsere aktuelle Stimmung preisgeben sollten. Aber rechnet man alles auf, so gibt es, wie in unserer mittlerweile f\u00fcnf Jahre alten Gemeinschaft als Klasse deutlich, mehr Pros als Contras!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Noah N\u00fcnning, 10e<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wir bereits im letzten Schuljahr mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit entschieden hatten, flogen wir zu unserer Abschlussfahrt nicht nach Dublin, sondern wollten f\u00fcnf Tage lang in Holland auf dem Ijsselmeer segeln. 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