{"id":2903,"date":"2012-12-20T17:18:16","date_gmt":"2012-12-20T16:18:16","guid":{"rendered":"http:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?p=2903"},"modified":"2012-12-20T17:24:27","modified_gmt":"2012-12-20T16:24:27","slug":"die-else-einmal-auf-augenhohe-mit-dem-bundesinnenminister-hans-peter-friedrich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?p=2903","title":{"rendered":"Die \u201eELSE\u201c: Einmal auf Augenh\u00f6he mit dem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich"},"content":{"rendered":"<p>(19.12.2012)<strong> Am 28. November 2012 fuhr Leonard G\u00fcnter mit dem Leiter der Schulzeitungs-AG, Peer Zickgraf, zum Bundesministerium des Innern (BMI) nach Berlin. Einen Tag zuvor reiste Moritz Scharfst\u00e4dt an, der bereits seit einem Jahr f\u00fcr die Sch\u00fclerzeitung arbeitet. Thema des bundesweiten Projekts \u201eSchule im BMI\u201c, zu dem wir als Sch\u00fclerredakteure der \u201eELSE\u201c geladen waren: Politischer und religi\u00f6ser Extremismus.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Wissen, dass ich mit 13 Jahren der j\u00fcngste Teilnehmer war, setzte ich mich in Bonn den Zug. Als ich mir im Zug einen Platz geschnappt hatte, traf ich meinen AG Leiter, Peer Zickgraf, der in K\u00f6ln zustieg. Mit ihm erstellte ich einige Fragen f\u00fcr den Innenminister f\u00fcr das F\u00fcnf-Minuten-Gespr\u00e4ch. In Berlin werde ich dann Moritz treffen. Nach vier Stunden Fahrt endlich angekommen in Berlin!<\/p>\n<p>Mein erster Eindruck war sehr positiv. Der moderne Hauptbahnhof war riesig. \u00dcberall liefen Reisende mit Koffern umher, doch es herrschte kein Gedr\u00e4nge. Am Hauptbahnhof war alles sehr idyllisch. Dabei waren die schmutzigen Fassaden vom Kanzleramt nur wenige Meter entfernt zu sehen. Wer dagegen den Bonner Hauptbahnhof kennt, wei\u00df, dass er klein und recht schmuddelig ist. Doch die Ruhe im Berliner Hauptbahnhof war tr\u00fcgerisch. Denn sobald man sich vom Bahnhof entfernte, sah man das wahre Gesicht der Hauptstadt: modern und hektisch. \u00dcberall Anzeigetafeln und gro\u00dfe, breite Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>Wo war die Ruhe geblieben? Am Bahnhof war es doch eben noch so entspannend! In Bonn war es wenige Stunden zuvor noch genau andersherum. Eine andere, \u00fcberschaubare Welt. Wir gingen zur Haltestelle und warteten keine zwei Minuten, als schon unser Bus kam. Und wieder ein Unterschied zu Bonn! Es fuhr ein gelber Doppeldecker vor. Jedoch war dies keine Ausnahme. Auf dem Weg zum BMI begegneten uns n\u00e4mlich nur gelbe Doppeldecker.<\/p>\n<p>Nachdem wir in der N\u00e4he des Bundesinnenministeriums ausstiegen, hie\u00df es erst mal, das Ministerium finden. Da wir fr\u00fch da waren, hatten wir noch etwas Zeit, uns umzusehen. Endlich war es gegen 13 Uhr soweit, wir konnten reingehen und trafen Moritz. Nun gingen wir gemeinsam durch die Kontrolle, das hei\u00dft, jeder passierte brav die Sicherheitsdetektoren. Trotzdem schlugen sie immer wieder \u201eAlarm\u201c, da viele Sch\u00fcler Metallgegenst\u00e4nde mit sich f\u00fchrten. Deshalb wurde jeder nochmals von der Bundespolizei untersucht. Nachdem ich mein ganzes Gep\u00e4ck zum R\u00f6ntgen in den Beh\u00e4lter schob, ging auch ich durch. Kein Piepen. Nur: Wo war mein Gep\u00e4ck geblieben? Es wurde eigens von einem Polizisten untersucht. Nachdem ich dann per Hand den Rucksack \u00f6ffnete, konnte ich passieren.<\/p>\n<p>Ich kam in einen bescheiden eingerichteten Raum. Vorne war ein kleines Podium aufgebaut und prall gef\u00fcllte Geschenktaschen lagen auf jedem Platz. In den Taschen waren unter anderem das Tagesprogramm, der Verfassungsschutzbericht 2011 und ein netter Notizblock. Nachdem 26 Sch\u00fcler aus ganz Deutschland angekommen waren, fiel eins auf: ein Platz war frei. Uns wurde erkl\u00e4rt, dass der Pressesprecher Jens Teschke gerade auf der Bundespressekonferenz war. Diese Zeit wurde genutzt, damit man uns informierte, wie das Drei-Minuten-Gespr\u00e4ch ablaufen w\u00fcrde. Drei Minuten? Waren es nicht urspr\u00fcnglich f\u00fcnf gewesen? Uns wurde versichert, dass es tats\u00e4chlich drei Minuten w\u00fcrden. Schade. Wir mussten also einige Fragen streichen.<\/p>\n<p>Als die Mitarbeiter uns noch \u00fcber den Ablauf informierten, st\u00fcrmte ein Mann in Anzug und Aktentasche hektisch durch die T\u00fcr herein: Jens Teschke. Er l\u00e4chelte freundlich und war sehr sympathisch. Er entschuldigte sich. Jetzt wusste ich, dass es losgehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Er und die gr\u00f6\u00dften Experten des Ministeriums zum Thema politischer und religi\u00f6ser Extremismus erkl\u00e4rten anhand einiger Beispiele das Vorgehen terroristischer Organisationen. Die ganze Zeit \u00fcber war es sehr ruhig und die Stifte der Sch\u00fcler blieben stets gez\u00fcckt. Zuletzt nannte uns ein Experte einige Beispiele von extremen Musikern, die wir mal im Internet suchen k\u00f6nnten: ,,Nat\u00fcrlich aus rein journalistischen Gr\u00fcnden&#8221;, f\u00fcgte dieser noch schnell hinzu.<\/p>\n<p>Nach den Vortr\u00e4gen folgte eine ,,\u00dcbungspressekonferenz&#8221;. Auch hier wurde flei\u00dfig mitgeschrieben, bis man uns unterbrach. Nach der Kaffeepause sollten n\u00e4mlich die Interviews stattfinden.<\/p>\n<p>Wir mussten nun einmal quer durchs Innenministerium, von dem Besuchersaal zu den B\u00fcros und schlie\u00dflich zum gro\u00dfen Konferenzsaal des Innenministers. Dieser schien sich von den anderen R\u00e4umen in nichts zu unterscheiden, abgesehen von dem gro\u00dfen h\u00f6lzernen Konferenztisch, auf dem Namensschilder von allen Personen standen. Nachdem ich meinen Platz fand, ging es auch gleich los. Man sagte uns, dass wir aufstehen sollten, wenn der Innenminister k\u00e4me. Kurz darauf sch\u00fcttelten wir ihm schon die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Das Interview war l\u00e4nger als gedacht. Aus den drei Minuten wurden bei allen Teilnehmern gerne auch mal sechs. Insgesamt stellten wir f\u00fcr die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule f\u00fcnf lange Fragen. Ich fragte zuerst: Wie w\u00fcrden sie sich als Politiker beschreiben? Dann legte ich die Frage nach: Verst\u00e4rkte Kontrolle im Internet &#8211; was h\u00e4tte das f\u00fcr Auswirkungen auf mich? Der Minister sagte, dass es Anlass zur Sorge vor terroristischen Anschl\u00e4gen, nicht zuletzt wegen der sehr gef\u00e4hrlichen Salafistenszene in Bonn, gebe.<\/p>\n<p>Am Ende schossen wir noch ein Gruppenfoto und dann ging es zum Motel. Dort erwartete man uns schon. Ich trug mich in eine Liste ein und ging in den ersten Stock in mein Zimmer. Ich machte das Licht an und war \u00fcberw\u00e4ltigt: ein Motel? Von wegen! Es war sehr schick und sauber. Ich hatte ein Doppelbett f\u00fcr mich, einen schicken Fernseher und ein sauberes Bad. Nur die Aussicht war nicht besonders. Mein Fenster grenzte an einen Bahndamm mit Zuggleisen. Ich ging ins Bett, sah zuvor aber noch die Nachrichten und dachte noch mal an meinen ereignisreichen Tag, w\u00e4hrend im Foyer des Motels andere Besucher sich lautstark unterhielten.<\/p>\n<p>Als der j\u00fcngste Teilnehmer habe ich mich gut behauptet. Auch dank meiner Gr\u00f6\u00dfe ist es sicherlich einigen Siebzehn- und Zwanzigj\u00e4hrigen nicht aufgefallen, wie alt ich tats\u00e4chlich bin. Ich habe viel erlebt und noch mehr mitgeschrieben. Ich dachte dar\u00fcber nach, wie gering die inhaltliche \u00dcbereinstimmung zwischen dem Innenminister und mir war und dass er trotzdem zu mir sehr freundlich und sympathisch war. Und so schlief ich ein. Am n\u00e4chsten Morgen wachte ich fr\u00fch auf. Ich ging runter in die Lobby des Motels und fr\u00fchst\u00fcckte mit meinem AG-Leiter. Nachdem wir fertig waren, zeigte er mir noch die Siegess\u00e4ule und das Schloss Bellevue. Dann ging es in den Zug. AG-Leiter Zickgraf interviewte mich noch, w\u00e4hrend wir diesmal \u00fcber f\u00fcnf Stunden, statt vier, zur\u00fcck nach Bonn brauchten. Ich war zur\u00fcck in meiner ruhigen Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*********************************************<\/p>\n<p>P.S.: Zwei Wochen sp\u00e4ter, am 10. Dezember 2012, zeigte uns der versuchte Terroranschlag in Bonn, wie brisant das Thema der Berlinreise doch ist. Als Sch\u00fclerredakteur war ich pl\u00f6tzlich mittendrin im aktuellen Geschehen und war doch viel besser informiert \u00fcber die Hintergr\u00fcnde, als die meisten meiner Altersgenossen in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Leonard G\u00fcnther<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(19.12.2012) Am 28. 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