{"id":1342,"date":"2012-02-10T15:58:42","date_gmt":"2012-02-10T14:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?p=1342"},"modified":"2012-02-20T19:07:12","modified_gmt":"2012-02-20T18:07:12","slug":"in-der-welt-zu-hause-oder-businessschool-globalisierung-an-der-elisabeth-selbert-gesamtschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?p=1342","title":{"rendered":"In der Welt zu Hause. Oder: Business@School &#8211; Globalisierung an der Elisabeth-Selbert Gesamtschule"},"content":{"rendered":"<p>(10.2.2012) Globalisierung ist in aller Munde. Bevor der Begriff der Globalisierung jedoch so richtig in Mode geriet, war er in den Alltag vieler Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bereits fest integriert: Surfen im Internet, die Verwendung der Suchmaschine Google und t\u00e4gliche Aufenthalte in sozialen Netzwerke wie Facebook (!!!), das Recherchieren f\u00fcr Klassenarbeiten auf Wikipedia, aber auch die Praxis interaktiver Computerspiele in weltweiten \u201eGaming-Communities\u201c geh\u00f6rt seit etlichen Jahren bereits zum Alltagsrepertoire vieler Jugendlicher. Mit anderen Worten: die Globalisierung hat die Lebenswelt der Jugendlichen mal mehr, mal weniger fest im Griff. Anders sieht das Bild allerdings aus, wenn man sich fragt, welche Einblicke die Kinder und Jugendlichen denn in die fundamental gewandelten Arbeitswelten haben. Und zwar insbesondere in die Arbeitswelten jener Unternehmen, die als die treibenden Kr\u00e4fte der Globalisierung gelten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Workshop, der an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule Mitte Januar 2012 in Kooperation mit der Deutschen Telekom AG veranstaltet wurde, gab Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Leistungskurse Englisch und Erdkunde (Jg. 12) Gelegenheit, sich dem Thema Globalisierung ganz praxisnah zu stellen. M\u00f6glich gemacht hatte es die Initiative eines leitenden Angestellten der Deutschen Telekom, Marcus Flory, der sich als internationaler Repr\u00e4sentant und \u201eSchulbotschafter\u201c des Unternehmens der Schule empfahl. Angesichts eines zu erwartenden akuten und dramatischen Mangels an Fachkr\u00e4ften, dies gestand Flory freim\u00fctig ein, suchten die Unternehmen von sich aus den Kontakt zu den Schulen, ja sie befinden sich geradezu im Wettbewerb um die begehrten jungen Fachkr\u00e4fte.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Mit Global Playern auf Tuchf\u00fchlung<\/h3>\n<p>Ziel des Workshops war es, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Rahmen des \u201eGlobal Enterprise Project\u201c auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb vorzubereiten. Dieser f\u00fchrt die Jugendlichen \u00fcber M\u00fcnchen (der bundesweiten Endausscheidung) bis nach Paris (dem internationalen Finale). Hinter der Initiative, an der europaweit rund 40.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von 15 bis 18 Jahren teilnehmen, stehen \u00fcbrigens verschiedene nationale und europ\u00e4ische Institutionen, wie das \u201eEuropean schoolnet\u201c und das Institut der deutschen Wirtschaft. Die Initiative wird von Global Playern wie Deutsche Telekom AG, Siemens, Vodafone oder Philips gesponsert. Im Rahmen des Projekts eignen sich die Jugendlichen unternehmerische Kompetenzen an wie L\u00f6sungsorientierung, Teamwork, kreatives Denken und kulturelles Verst\u00e4ndnis. Ferner bekommen sie unter Anleitung von einschl\u00e4gigem Fachpersonal \u00fcber ein \u201eLearning by doing\u201c Kompetenzen vermittelt, die sie in das konkrete Arbeitsleben multinationaler Unternehmen einf\u00fchren.<br \/>\nDer von Marcus Flory geleitete und vom Englisch- und Sowilehrer Uwe Spannhake unterst\u00fctzte Workshop diente dazu, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf den bundesweiten Wettbewerb in M\u00fcnchen am 07. Februar 2012 vorzubereiten und mittels einer Einf\u00fchrung in das Thema Globalisierung bis zu f\u00fcnf geeignete Kandidaten zu herauszufinden, die die Elisabeth-Selbert- Gesamtschule in M\u00fcnchen vertreten sollen. Ein gl\u00fccklicher Umstand f\u00fcr die Bonner Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ist dabei, dass die Bundesstadt eine einmalige Anh\u00e4ufung interessanter, global agierender Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber bietet \u2013 logische Konsequenz der fr\u00fcheren Rolle Bonns als Hauptstadt bzw. Regierungssitz der Bundesrepublik. Sie alle engagieren sich zunehmend an den Schulen vor Ort, sehen es jedoch gerne, dass die Jugendlichen auch von sich aus Engagement und Initiative zeigen. Dabei haben die Zw\u00f6lftkl\u00e4ssler den einen oder anderen Stolperstein zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u201eWas ist Globalisierung f\u00fcr Sie?\u201c<\/h3>\n<p>Als Marcus Flory den Workshop n\u00e4mlich in flie\u00dfendem Englisch er\u00f6ffnete, erkannten diese, dass man insbesondere des Angels\u00e4chsischen m\u00e4chtig sein m\u00fcsse, um in einem multinationalen Unternehmen in Bonn t\u00e4tig sein k\u00f6nnen. Unabdingbar ist ferner, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sich mit dem Wandel, den die Internationalisierung des Arbeitslebens mit sich bringt, inhaltlich, das hei\u00dft nicht zuletzt im Unterricht bzw. im Rahmen von au\u00dferunterrichtlichen Angeboten besch\u00e4ftigen: \u201eWas ist Globalisierung f\u00fcr Sie?\u201c, fragte Flory die dementsprechend die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. \u201eSprachen, M\u00e4rkte, \u00f6konomische Dominanz, Standardisierung, grenz\u00fcberschreitende Kommunikation, Freundschaft\u201c lauteten einige Antworten. Flory erg\u00e4nzte: \u201eVervielfachung der Geschwindigkeit des Internets in den vergangenen 20 Jahren, Freihandel, Verschiebung von Grenzen, Verbindungen schaffen, Anpassung an ver\u00e4nderte Strukturen.\u201c<br \/>\nZur Veranschaulichung des Wandels: Gegenw\u00e4rtig hat die Deutsche Telekom weltweit rund 239.000 Mitarbeiter und operiert neben Deutschland in gegenw\u00e4rtig mehr als 50 weiteren M\u00e4rkten bzw. L\u00e4ndern. Das Gesch\u00e4ftsleben eines Konzerns m\u00fcsse also \u00fcber die Kontinente und Zeitzonen hinweg aufrechterhalten und koordiniert werden: \u201eWenn beispielsweise in Deutschland um 18 Uhr Gesch\u00e4ftsschluss ist, fangen die Kollegen unserer US-Tochter in Seattle an der amerikanischen Westk\u00fcste gerade an zu arbeiten.\u201c Deswegen m\u00fcssten die betrieblichen Strukturen \u00fcber die Zeitzonen hinweg angepasst werden. Doch nicht nur in der Arbeitswelt, auch in den Schulen sei die Globalisierung unwiderruflich eingezogen. Zum Beleg: Allein die beiden 12er Leistungskursen fanden sich Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die unter anderem aus Russland, Marokko, Laos und Jamaika abstammten und im Verlauf des Workshops keinerlei Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit der englischen Sprache erkennen lie\u00dfen.<br \/>\nNachdem wichtige Globalisierungsthemen behandelt wurden, l\u00e4utete Flory schlie\u00dflich die Gruppenarbeit mit einem Quiz zum kulturellen Verstehen ein. Nun hatten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Zeit, zw\u00f6lf Fragen zu beantworten. \u201eIn welchem Land kann man Lachen am h\u00e4ufigsten als Zeichen von Verwirrung, Unsicherheit oder Verlegenheit ansehen \u2013 Spanien, Italien, Japan, USA? Oder: \u201eIn welchem Land w\u00fcrde man erwarten, dass jemand sich entschuldigt, dem sie auf die F\u00fc\u00dfe treten \u2013 Japan, Brasilien, Griechenland, England? Wo kann man sich bis zu 30 Minuten versp\u00e4ten und immer noch p\u00fcnktlich sein \u2013 Italien, Schweden, Tschechische Republik, Schweiz?\u201c<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Interkulturelle Kompetenzen sind Trumpf<\/h3>\n<p>Allen Gruppen gelang es, die Fragen in der geforderten Zeit zu beantworten. Ob sie diese aber alle richtig beantworteten, hing nicht zuletzt davon ab, ob in ihrer Gruppe Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vertreten waren, die bereits \u00fcber eine gewisse Auslandserfahrung verf\u00fcgten oder \u00fcber ihre Eltern mit den Gepflogenheiten interkultureller Kommunikation vertraut waren. Zwei Stunden Crashkurs in Sachen Globalisierung und durchweg in englischer Sprache brachten sicherlich jede Menge Erkenntnisgewinn. Allerdings bedauerten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch, dass sie relativ wenig Zeit f\u00fcr die Gruppenarbeit besa\u00dfen. Da sie zudem im Rahmen des schulischen Curriculums zum globalisierungskritischen Denken erzogen wurden, vermissten sie die M\u00f6glichkeit, sich im angesetzten Zeitrahmen kritischer mit Flory bzw. dem Thema Globalisierung auseinanderzusetzen. Allerdings wird sich die Deutsche Telekom AG\/Marcus Flory im Rahmen der Schulbotschafterinitiative und nach Absprache mit der Schulleitung auch weiter an der Elisabeth-Selbert Gesamtschule zu diesem und anderen Themen (z.B. Medienkompetenz, Business@School) inhaltlich engagieren.<br \/>\nUnterm Strich bleibt aber festzuhalten, dass die Kooperation mit au\u00dferschulischen Partnern frischen Wind in die Schule bringt. Die Schulbesuche der Experten aus verschiedenen Industriesparten ver\u00e4ndern die Perspektive der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf die Globalisierung, von der sie alle auf die eine oder andere Weise betroffen sind. Manche entscheiden sich wom\u00f6glich f\u00fcr eine berufliche Laufbahn bei einem Global Player, gerade weil sie mit multinationalen Teams zusammenarbeiten und beruflich in der Welt zu Hause sind. Man darf auch gespannt sein, wie sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die die Gesamtschule in M\u00fcnchen vertreten werden auf bundesweitem Parkett bew\u00e4hren. Ohne weiteres kann man sich dem lakonischen Statement von Uwe Spannhake anschlie\u00dfen: \u201eEs schadet nicht!\u201c (ZF)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(10.2.2012) Globalisierung ist in aller Munde. 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