{"id":11799,"date":"2021-06-14T13:48:25","date_gmt":"2021-06-14T11:48:25","guid":{"rendered":"http:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?page_id=11799"},"modified":"2021-06-14T13:51:48","modified_gmt":"2021-06-14T11:51:48","slug":"vielfalt-und-begegnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?page_id=11799","title":{"rendered":"Vielfalt und Begegnung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201ePlurale Religionsp\u00e4dagogik \u2013 Vielfalt und Begegnung\u201c<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br>Gemeinsames Konzept der Fachschaften katholischer, evangelischer und islamischer Religionsunterricht an der Elisabeth-Seibert-Gesamtschule Bonn.<br><\/h4>\n\n\n\n<p>\u201eEine Religionsp\u00e4dagogik, die zur Wahrnehmung und zum Verstehen religi\u00f6ser Pluralit\u00e4t und zur Anerkennung der mit Religionen verbundenen Anspr\u00fcche auf Heil und Wahrheit anleiten m\u00f6chte, \u00fcberwindet eine auf Abgrenzung bezogene Deutung von Unterschieden und zielt auf die Entwicklung einer Gemeinschaft, in der Unterschiede ihre trennende Wirkung verlieren. Wir verfolgen einen Ansatz, der es erlaubt, Religion zu vermitteln, ohne dabei zwangsl\u00e4ufig andere Formen herabzuw\u00fcrdigen. Vielmehr geht es uns um eine positive Wertung der Vielfalt der Religion.\u201c<br>(Dialog und Transformation. Auf dem Weg zu einer pluralistischen Religionsp\u00e4dagogik, Bonn 2020, S. 7 \/ Diskussionspapier &#8220;Dialog und Transformation. Auf dem Weg zu einer pluralistischen Religionsp\u00e4dagogik&#8221; \u2014 bibor [uni-bonn.de])<br>Die Fachschaften der evangelischen, katholischen und islamischen Religion tagen an der ESG gemeinsam. In ihrer Auseinandersetzung zwischen Praxis und Theorie entwickelte die Fachschaft das Konzept \u201eVielfalt und Begegnung\u201c, nach dessen Ma\u00dfst\u00e4ben Veranstaltungen und Unterricht an der ESG durchgef\u00fchrt werden.<br>Religionen k\u00f6nnen M\u00f6glichkeiten, Perspektiven und Wege zur Transzendenz bieten. Eine pluralistische Position ist hierbei von Wertsch\u00e4tzung gepr\u00e4gt. Sie ist keine blo\u00dfe respektvolle Duldung des anderen. Vielmehr setzt die pluralistische Position eine tiefe Auseinandersetzung mit der Position des anderen und damit auch der eigenen Position voraus. Die Wahrheits- oder Wahrhaftigkeitsfrage wird nicht weggedr\u00fcckt, sondern sie ist der Antrieb in der Auseinandersetzung mit dem anderen.<br>Wenn Martin Buber (1878-1965) in seinem 1923 erschienen Buch \u201eIch und Du\u201c davon spricht, dass \u201eder Mensch am Du zum Ich\u201c wird, dass \u201ejedes einzelne Du ein Durchblick zum Ewigen Du\u201c ist, so finden sich hier zahlreiche Gemeinsamkeiten in den Ausf\u00fchrungen islamischer Denker und Theologen wie z.B. Ibn Arabi oder Rumi.<br>Aus pluralistischer Sicht gilt es, die eigenen Positionen auch durch den Blick des anderen, durch den Perspektivwechsel, zu sch\u00e4rfen.<br>Somit ist der bekenntnisorientierte Religionsunterricht weiterhin eine \u201eBeheimatung\u201c und bietet Orientierung. Gleichzeitig finden aber regelm\u00e4\u00dfig Begegnung und Austausch statt.<br>Neben Kooperationen der einzelnen Lehrkr\u00e4fte bei bestimmten Themen gibt es festgelegte Eckpunkte, an denen Begegnung erprobt und einge\u00fcbt werden kann.<br>Dabei gilt es formal vier Ebenen zu unterscheiden: bekenntnisorientiert, interreligi\u00f6s, religionskundlich, spirituell.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Bekenntnisorientiert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Feierlichkeiten zu bestimmten Anl\u00e4ssen: z. B. Weihnachten, Ostern, Ramadan- oder Opferfest, Pessach oder Sukkot (Laubh\u00fcttenfest), Newroz, Holi-Fest. Hierbei z\u00e4hlt das \u201eG\u00e4steprinzip\u201c. Eine Religionsgemeinschaft l\u00e4dt ein. Wichtig ist hierbei die Freiwilligkeit. Auf Kinder und Jugendliche ist kein Druck auszu\u00fcben. Niemand kann zur Teilnahme verpflichtet werden. Bei Sch\u00fclern*innen unter 14 Jahren z\u00e4hlt das Einverst\u00e4ndnis der Erziehungsberechtigten.<\/li><li>F\u00e4cher\u00fcbergreifender Unterricht\/Projekte zu gemeinsamen Themen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Interreligi\u00f6s<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u201eForum Religion\u201c (Jg. 5-7): pro Halbjahr findet in jeder Jahrgangsstufe jeweils eine gemeinsame religi\u00f6se \u201aFeier\u2018 w\u00e4hrend einer Religionsstunde statt. W\u00e4hrend dieser Begegnung kommen die Sch\u00fcler*innen aus dem katholischen, evangelischen und islamischen Religionsunterricht zusammen. Die Begegnungen stehen jeweils unter einem bestimmten Motto. Hier eine kleine Auswahl bisheriger Mottos: \u201eGemeinsam auf dem Weg (mit Abraham\/Ibrahim)\u201c (Jg. 5), \u201eBewahren der Sch\u00f6pfung\u201c (Jg. 6), \u201eInterreligi\u00f6se Singfeier\u201c (Jg. 6), \u201eVom Sinn des Lebens\u201c (Jg. 7), \u201eDie Synagoge\u201c (Jg. 7)<\/li><li>Abschiedsgottesdienst vor den Ferien<br>Diese Veranstaltungen werden gleichberechtigt von allen beteiligten Religionsgemeinschaften vertreten und thematisch vorbereitet. Die Sch\u00fcler<em>innen der verschiedenen Lerngruppen bringen sich mit Gedichten, Vorspielen u.a. ein. Es werden F\u00fcrbitten und Bittgebete gesprochen; Lesungen aus der Bibel, dem Koran oder anderer Schriften finden statt. Sehr wichtig ist, dass ritualisierte Elemente aus den Religionen w\u00e4hrend der Feier kenntlich gemacht werden und f\u00fcr die Sch\u00fcler<\/em>innen unterscheidbar sind!<br>Lieder aus verschiedenen Traditionen werden gemeinsam gesungen. Dabei ist darauf zu achten, dass die in den Liedern vertretenen textlichen Inhalte nicht gegen Glaubengrunds\u00e4tze beteiligter Religionsgruppen versto\u00dfen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Religionskundlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u201eOrte des Glaubens\u201c (Jg. 6): An diesem Tag besuchen alle Klassen des Jahrgangs im Klassenverband abwechselnd eine katholische Kirche, eine evangelische Kirche und eine Moschee. Die Sch\u00fcler*innen erhalten ein \u201eForschertagebuch\u201c mit verschiedenen Aufgabenstellungen an die Hand. An dem Projekt ist auch die Fachschaft \u201ePraktische Philosophie\u201c (PP) beteiligt, die mit einem eigenen Kapitel im Forschertagebuch vertreten ist.<\/li><li>\u201eLikrat\u201c (Sek1, Sek2): Das Dialogprojekt \u201eLikrat\u201c des Zentralrates der Juden vermittelt junge Menschen aus der j\u00fcdischen Tradition an Schulen, um dort \u00fcber das Judentum und j\u00fcdische Identit\u00e4t zu informieren und um sich mit den Sch\u00fclern<em>innen auszutauschen. Die Sch\u00fcler<\/em>innen und Studenten*innen wurden f\u00fcr diese Aufgabe ausgebildet. Regelm\u00e4\u00dfig finden \u00fcber das Likrat-Projekt \u201epeer-to-peer\u201c-Veranstaltungen an unserer Schule statt. Das Likrat-Projekt wurde von einer Erdkundelehrerin der Schule initiiert und wird von den Fachschaften der Religionsunterrichte unterst\u00fctzt.<\/li><li>Besuch der Synagoge. Die \u00f6rtliche Synagoge wird meist w\u00e4hrend des Jg. 7 besucht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Spirituell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Abschluss-\/Verabschiedungsfeier\/Abiturfeier: Diese Feiern sollen f\u00fcr alle erm\u00f6glicht werden. Deshalb gibt es keine explizit bekenntnisorientierten Elemente. Dennoch steht die Feier in einem spirituellen, sinnstiftenden Kontext. Wege in die Zukunft, Lebensabschnitte, Sinnfragen k\u00f6nnen thematisiert werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>BK<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePlurale Religionsp\u00e4dagogik \u2013 Vielfalt und Begegnung\u201c Gemeinsames Konzept der Fachschaften katholischer, evangelischer und islamischer Religionsunterricht an der Elisabeth-Seibert-Gesamtschule Bonn. \u201eEine Religionsp\u00e4dagogik, die zur Wahrnehmung und zum Verstehen religi\u00f6ser Pluralit\u00e4t und zur Anerkennung der mit Religionen verbundenen Anspr\u00fcche auf Heil und Wahrheit anleiten m\u00f6chte, \u00fcberwindet eine auf Abgrenzung bezogene Deutung von Unterschieden und zielt auf die &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/?page_id=11799\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":6039,"menu_order":9,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-11799","page","type-page","status-publish","hentry","nodate","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11799"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11802,"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11799\/revisions\/11802"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/igs-bonn.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}