Ein Angebot in Kooperation mit der Uni Bonn fördert ESG-Schülerinnen und -Schüler bei Entscheidungen über ihren Bildungsweg. Das Angebot soll soziale Ungleichheiten wettmachen.

„Ich passe nicht in das typische Bild, das man oft von angehenden Studierenden hat. Ich komme aus einer Familie, in der meine Eltern nicht studiert haben. Der Weg zum Studium schien für mich lange Zeit wie ein undurchdringlicher Wald, doch durch die Talentsprechstunde hat sich das komplett verändert“, schwärmt eine ESG-Schülerin vom Talentscouting der Universität Bonn. Seit etwa anderthalb Jahren nehmen Oberstufenschülerinnen und -schüler daran teil – und profitieren enorm davon. Jetzt ist das Scouting nun auch ganz offiziell Teil der Berufswahlorientierung der Sekundarstufe II. Prof. Dr. Irmgard Förster, Prorektorin für Chancengerechtigkeit und Diversität von der Universität Bonn, überreichte nämlich Schulleiter Guido Meyer die sogenannten NRW-Talentscouting-Plakette, die die Kooperation nun auch nach außen sichtbar macht. Unterdessen trifft das eingangs erwähnte Schülerinnen-Zitat den Kern des Scoutings: Motivierte und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler sollen ungeachtet sozialer Ungleichheiten über ihren Bildungsweg eigenmächtig entscheiden. Hier setzte auch Schulleiter Guido Meyer bei seiner Rede anlässlich der Verleihung des Siegels an und verwies auf eine Statistik, laut der immer noch acht von zehn Studierenden aus einem Akademiker-Haushalt stammen. „Das Talentscouting versucht, diese Lücke zu schließen“, so Meyer. Prof. Dr. Förster freute sich indes, „die besonders fruchtbare Zusammenarbeit mit der ESG durch die Übergabe der Plakette zu feiern“.
Das Angebot bietet den Schülerinnen und Schülern außerdem Sicherheit vor den ohnehin herausfordernden Zukunftsentscheidungen nach dem Abitur: „Das Talentscouting ist ein Anker. Es sorgt dafür, dass niemand mit seinen Ängsten und Träumen allein gelassen wird“, schildert eine weitere ESG-Schülerin ihre positiven Erfahrungen. Nicht nur das Angebot an sich ist bereichernd, sondern auch die Gespräche mit Christina Lefrath von der Uni Bonn, die das Talentscouting durchführt. „Was ich an dir und deiner Arbeit so unglaublich schätze, ist, dass du mich nicht nur berätst – du begleitest mich“, lobt eine Schülerin den persönlichen Draht. Unterdessen war auch bei Lehrerin Heike Ré-Herberhold, die bei der Kooperation zwischen der ESG und der Uni als Bindeglied fungiert und für die Berufswahlorientierung in der Oberstufe zuständig ist, die Freude über die Siegel-Verleihung in der Schulaula groß. Sie las dort die Schülerzitate stellvertretend für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Angebots vor und zeigte dadurch, wie hilfreich das Talent-Scouting ist. Außerdem dankte die Lehrerin Christina Lefarth herzlich für ihr Engagement. (Julian Hinn)
