Konzept

Konzept der Berufswahlorientierung an der Elisabeth Selbert Gesamtschule für die Sekundarstufe I und II

– Wir begleiten, unterstützen und motivieren –

 

Die Berufs- und Studienorientierung ist an unserer Schule sowohl in der Sekundarstufe I als auch der Sekundarstufe II von großer Bedeutung.

Sie wird als komplexes Angebot verstanden, das sowohl der Individualität der Schülerinnen und Schüler gerecht wird, als auch eine objektive, breite und realitätsnahe Berufs- und Studieninformation liefert.

Berufswahl-SIEGEL-Logo

Dafür ist die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule am 4.7.2013 als erste Bonner Gesamtschule mit dem “Berufswahl-Siegel – Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung” ausgezeichnet worden.






1. Studien- und Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe I

Praktische Erfahrungen und nachhaltige Orientierung im Bereich Berufsorientierung und Lebensplanung erwerben alle Schüler in der Sekundarstufe I durch die beiden Praktika: das  Orientierungspraktikum in Jg. 8 und das  Profilierungspraktikum in Jg. 9.

Das  Orientierungspraktikum führt die Schüler „praktisch“ in die Berufswelt ein. Die Perspektive auf Arbeit und Beruf wird für den Einzelnen unmittelbar erfahrbar. Das  Profilierungspraktikum führt die Schüler gezielt in die Berufsbereiche, die individuell für die eigene Berufswahlentscheidung in Betracht gezogen werden. Beide Praktika werden im Unterricht, vor allem in Wirtschaftslehre und im Fach Deutsch, vorbereitet.

Spätestens ab Klasse 8 erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine verbindliche, systematische Berufs- und Studienorientierung an unserer Schule. In unserem BOB (Berufsorientierungsbüro) stehen die StuBos (Koordinatorinnen für Studien- und Berufsorientierung) für Informationen, Gespräche und Koordinierungsaufgaben zur Verfügung. Im BOB werden Aktivitäten der Berufs- und Studienorientierung an der Schule systematisch und transparent zusammengeführt, koordiniert sowie für alle Beteiligten zugänglich gemacht.

Jahrgang 8:

Die  Potenzialanalyse  zu Beginn des Jahrgangs 8 liefert einen wichtigen Grundstein für die weiteren Schritte in Richtung Berufsorientierung und Berufswahl. Sie bietet allen Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Prozesses eine fundierte Selbst- und Fremdeinschätzung. Die Ergebnisse werden individuell ausgewertet und im Berufswahlpass, dem Portfolioinstrument, dokumentiert.

Im Unterrichtsvorhaben des Faches Wirtschaftslehre „Wie finde ich meinen Wunschberuf?“ finden Recherchen zu Berufsfeldern und -bildern statt.

Eine Einführungsveranstaltung im BIZ (Berufsinformationszentrum  der Agentur für Arbeit) ermöglicht den Schüler/innen sich zukünftig selbständig zu informieren. Ergänzend zum Unterricht werden  Berufsfelderkundungen  während des  Boys´ und Girls´ Days  und des  Orientierungspraktikums  am Schuljahresende durchgeführt, um die betriebliche Wirklichkeit zu erfahren und verschiedene Berufsfelder kennenzulernen.

Das Projekt  Förderung der Ausbildungsreife  beginnt in diesem Jahrgang. Ausgewählte Schüler/innen sollen durch intensivere Abstimmung der individuellen Förderung möglichst zum Ende der Sekundarstufe I die Ausbildungsreife erlangt haben, damit der direkte Übergang in Ausbildung gelingen kann. Schüler/innen, die für die Vorbereitung auf die Ausbildung mehr Zeit benötigen, werden durch frühzeitig abgestimmte Beratungs- und Unterstützungsstrukturen (Gespräche mit externen Beratern und Hospitationen in Ausbildungsbetrieben) in der Sekundarstufe I weiter individuell gefördert, um dann in einer Ausbildung erfolgreich zu sein.

Jahrgang 9:

In dieser Jahrgangsstufe wird die Berufswahl zunehmend mit anderen Fächern vernetzt. Im Deutsch– und Englischunterricht werden Bewerbungen, Lebenslauf und Vorstellungsgespräche thematisiert. In Wirtschaftlehre stehen betriebswirtschaftliche Themen im Mittelpunkt, z.B. Aufbau von Betrieben oder Recht und Pflichten der Arbeitnehmer/innen, und das Profilierungspraktikum wird vorbereitet. Das Wahlfach „Berufswahlvorbereitung“ wird im Rahmen der Ergänzungsstunden eingeführt und in der Regel von Schüler/innen gewählt, die eine enge Begleitung durch eine StuBo wünschen. In diesem Rahmen bietet auch die Abteilungsleitung einen Kurs in „Lebenskompetenz“ an, der vor allem abschlussgefährdeten Schüler/innen Orientierung und Unterstützung gibt.

Die Projektwoche vor den Herbstferien im Jahrgang 9 beschäftigt sich mit Umweltberufen. Sie wird in Kooperation mit dem Verein FIBEr e.V. durchgeführt. Ein dreiwöchiges  Profilierungspraktikum  vor den Osterferien (ab 2015/16 vor den Sommerferien) bildet einen wichtigen Baustein der Berufsorientierung Im 9. Jahrgang stellt sich die zuständige  Berufsberaterin der Agentur für Arbeit  vor und bietet Beratungen im Klassenverband an. Neue Angebote werden im Rahmen des Projekt „KAoA“ entwickelt: Schüler/innen, die im Prozess der Berufs- und Studienorientierung weitere besondere Förderung brauchen, können in den Jahrgangsstufen 9 und 10 an  Praxiskursen  teilnehmen. Diese Praxiskurse vermitteln vertiefende Einblicke in einzelne Berufsfelder bzw. berufliche Tätigkeiten, um den Berufs- und Studienorientierungsprozess zielgenau zu unterstützen.

Am Ende des Schuljahres werden mit allen Schüler/innen und ihren Eltern und Klassenlehrer/innen individuelle Anschlussperspektiven erarbeitet und in  Anschlussvereinbarungen  für dokumentiert.

Zu Beginn des Schuljahres beginnen die  Berufseinstiegsbegleiter  (Bereb) ihre Arbeit. Die Berufseinstiegsbegleitung richtet sich an Schüler/innen, die einen Hauptschul- oder Förderschulabschluss anstreben und anschließend eine Ausbildung, auf diesem Weg aber besondere Unterstützung benötigen. Die Jugendlichen sollen den Schulabschluss erreichen, eine realistische Berufswahl treffen, einen passenden Ausbildungsplatz finden und erfolgreich in die Ausbildung starten. Die  Berufseinstiegsbegleiter/innen  kümmern sich vor allem um Fragen des Übergangs in die Berufsausbildung, helfen bei Bewerbungsunterlagen, bei der Vermittlung in Praktika, bei der Berufsorientierung und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Jahrgang 10:

Im 10. Jahrgang bietet die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit monatliche Termine für Einzelberatungen an unserer Schule an. Auf einem Schüler- und Elternabend werden die schulischen Anschlussperspektiven vorgestellt. Es besteht die Möglichkeit, freiwillige Betriebspraktika zu absolvieren und an außerschulischen Informationsveranstaltungen teilzunehmen. Für Schüler/innen mit besonderem Unterstützungsbedarf wird ein  Projekttag zur Anmeldung am Berufskolleg  angeboten. Individuelle Beratung stellt sicher, dass jede/r Schüler/in eine passgenaue Anschlussperspektive entwickelt.

Im Rahmen der Ergänzungsstunden stehen im Jg.10 zwei Angebote im Bereich Arbeitslehre zur Wahl: Hauswirtschaft und Wirtschaftslehre.

2. Besondere Projekte zur Berufsorientierung in der Sekundarstufe I

Im Schuljahr 2014/15 arbeitete die Fraueninitiative für Bildung und Erziehung (FIBEr e.V.) erstmals in dem Projekt „Umwelt-Chancen“ – Umweltbewusstsein, Berufschancen im Umweltbereich und interkulturelle Kompetenz fördern – mit unserer Schule sehr erfolgreich zusammen.

Die Schüler/innen des 9. Jahrgangs konnten während der Projektwoche verschiedene Umweltberufe kennenlernen. Sie haben ihre beruflichen Fähigkeiten in verschiedenen Workshops mit Hilfe von professionellen Trainer/innen weiterentwickelt und aus erster Hand erfahren, wie sie sich richtig bewerben können.

In Kompetenz-Workshops zu verschiedenen Themen (z.B. Kommunikation, Konfliktmanagement, Anti-Bias-Training, Achtsamkeit u.a.) konnten die Schüler/innen sich ebenfalls weiterbilden.

An einem Tag haben sie spannende Umwelt-Exkursionen ( z.B. zum Flughafen Köln/Bonn, zur Kläranlage, zur Wert- und Schadstoffsammelstelle u.a. ) unternommen.

Am letzten Tag konnten sie im Rahmen einer Ausbildungsmesse erste Kontakte zur Berufswelt knüpfen.

Die ESG freut sich auf weitere gute Zusammenarbeit mit FIBEr e.V. und möchte dieses erfolgreiche Projekt gerne fest in der zukünftige Projektwoche vor den Herbstferien etablieren.

Die Schulpflegschaft hat eine Arbeitsgruppe zur Zusammenarbeit von Eltern und Schule in der Berufsorientierung ins Leben gerufen, die in unregelmäßigen Abständen tagt. Sie baut eine Kartei von Betrieben in der Umgebung der Schule auf, in denen Eltern der Schule zusätzliche Hospitationsmöglichkeiten eröffnen. Ziel ist, mehr Schüler/innen in Ausbildung zu bringen.

Weitere Arbeitsfelder dieser Gruppe sollen sein:

  • Auseinandersetzuing mit den Ergebnissen des Kompetenzchecks,
  • Gespräche über angemessenes Verhalten in der Berufswelt,
  • Erstellung eines „Plan B“ im Rahmen der Anschlussvereinbarungen

 

3. Berufs- und Studienorientierung in der Sekundarstufe II

Die Berufs- und Studienorientierung in der Oberstufe begleitet die Schülerinnen und Schüler während ihrer gesamten Schulzeit. Mit Hilfe unserer außerschulischen Partner und der Studien- und Berufskoordinatorin vor Ort steht für die Schüler ein Netzwerk aus Beratung, Informationen und Aktivitäten bereit.

So bieten wir für die Schüler/innen eine monatliche Sprechstunde durch die Bundesagentur für Arbeit in unserem Hause an.

Jahrgang 11 (Einführungsphase) und 12 (Qualifikationsphase)

Am Ende des 11. Schuljahres absolvieren alle Schüler/innen ein zweiwöchiges Praktikum, und zwar vorzugweise in Berufen für die das Abitur oder ein Studium notwendig sind.

In unserer Projektwoche vor den Herbstferien steht die Berufs- und Studienorientierung mit unterschiedlichen Aktivitäten im Vordergrund. Unterstützt werden wir dabei regelmäßig von der Bundesagentur für Arbeit, der Barmer Ersatzkasse, die für den 11. Jahrgang ein Seminar zum Thema Self-Assessment anbietet, und der Europäischen Fachhochschule in Brühl, die den 12. Jahrgang mit ihren Studiengängen und dem Dualen Studium vertraut macht. Darüber hinaus ist eine Einführung in die Benutzung der Universitätsbibliothek mit Ausstellung eines Ausweises fest in die Projektwoche für die 12er integriert worden. Beispiele für die Organisation der Projektwochen sind beigefügt.

Jahrgang 13

In Jahrgang 13 können die Schülerinnen und Schüler individuell an Informationsveranstaltungen zu berufs- oder studienrelevanten Themen teilnehmen, z.B. an den Studieninformationstagen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg oder der FH Köln oder dem Dies Academicus an der Universität Bonn und der Jugendbildungsmesse für Sprachreisen, Praktika, Au-Pair, Work & Travel und Freiwilligendienste.

Der Besuch der Fachmesse „vocatium“ für Ausbildung und Studium, auf der die Anbahnung qualifizierter Kontakte zwischen Schülern und Ausstellern das Ziel ist, wird für den 12. und 13. Jg. jährlich organisiert und ist ein weiterer fester Bestandteil der Berufs- und Studienorientierung für die Oberstufe.