Musik

Der Beitrag des Faches Musik zum Lernen an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule Bonn

Das Fach Musik an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule gehört zum künstlerischen Bereich innerhalb des Fächerkanons beider Sekundarstufen. Es leistet einen wesentlichen Beitrag zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung durch die Vermittlung ästhetischer Bildung. Wie in den anderen künstlerischen Fächern der Schule stehen auch im Fach Musik der gestalterische Umgang mit kulturellen Phänomenen sowie die Wahrnehmung und Reflexion der künstlerisch-ästhetischen Vielgestaltigkeit von Kultur und Lebenswirklichkeit im Zentrum. Das Fach Musik soll unseren Schülerinnen und Schülern kulturelle Orientierungshilfe bieten. Es hat die Aufgabe, sie dabei zu unterstützen, ihr musikalisch-ästhetisches Denken und Handeln auszubilden sowie individuelle kreative Tätigkeit anzubahnen und zu realisieren.

Im Musikunterricht der Sekundarstufe I erwerben unsere Schülerinnen und Schüler grundlegende Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen sollen, sich in ihren Lebens- und Erfahrungsräumen bewusst auf Musik einzulassen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Sie erweitern und vertiefen kontinuierlich sowohl ihre individuell geprägten musikalisch-ästhetischen Fähigkeiten als auch ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich auf alle Erfahrungs-, Wissens- und Handlungsfelder im Umgang mit der Vielgestaltigkeit von Musik beziehen. Diese Weiterentwicklung gelingt vor allem durch die eigene Produktion von Musik, also durch Singen, Instrumentalspiel, Gestalten und klangliche Nachgestaltung. Sie ist somit neben dem Hören, Benennen, Analysieren und Deuten sowie dem Einordnen, Erläutern und Beurteilen von Musik unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Schwerpunkt an unserer Schule. Der Musikunterricht ist handlungs- und kompetenzorientiert, unter anderem durch seine Ausrichtung an den Erfahrungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler, durch situatives Lernen, kooperative Lernansätze und verschiedene Formen des Klassenmusizierens bzw. Klassensingens.

In der Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe) trägt das Fach Musik dazu bei, unsere Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre künstlerisch-ästhetische Identität weiterzuentwickeln, ihr kreatives und musikalisches Gestaltungspotenzial zu entfalten und ihre kulturelle Orientierung auszubauen. Darüber hinaus sollen sie ihr ästhetisches Reflexions- und Urteilsvermögen vertiefen. In der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) erwerben unsere Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die eine grundlegende fachliche Auseinandersetzung mit Musik ermöglichen. Dazu gehören eine breite inhaltliche Ausrichtung sowie der systematische Aufbau eines Methodenrepertoires. In der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12 und 13) werden diese Kompetenzen erweitert.

Von besonderer Bedeutung an unserer Schule ist die projektbezogene Zusammenarbeit mit renommierten außerschulischen Musikpartnern und Institutionen. Das umfasst auch den Besuch attraktiver außerschulischer kultureller Lernorte in der Region Köln/Bonn. Hierbei ergibt sich oftmals, abhängig von der jeweiligen Musikprojektgestaltung, eine Zusammenarbeit des Faches Musik mit anderen Fächern.

Das Fach Musik ist außerdem zuständig für die Bereicherung und Untermalung schulinterner Feste, Feiern und sonstiger Schulveranstaltungen. Des Weiteren nutzt es diese Anlässe nach Möglichkeit in Verknüpfung mit dem Ganztagsangebot der Schule, um den Schülerinnen und Schülern Gelegenheiten für Erfahrungen mit Präsentationen vor Publikum zu bieten. Bei Konzerten innerhalb und außerhalb der Schule treten die diversen vokalen und instrumentalen Musikensembles unserer Schule auf. Die aktive Teilnahme unserer Schülerinnen und Schüler am schulischen Musikleben zusammen mit weiteren Mitgliedern der Schulgemeinschaft, die dabei sinnvolle Integration ihrer Begabungen und ihres Kompetenzerwerbs leisten einen vitalen Beitrag zum sozialen Miteinander aller Beteiligten der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule.

Im Fach Musik besitzt die Sprache eine besondere Bedeutung durch ihre Funktion als notwendiges Hilfsmittel für Verstehens- und Ausdrucksprozesse. Um auch die sprachlichen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler zu vertiefen, wird demgemäß ebenso im Fach Musik auf die verschiedenen Ansatzpunkte für einen sprachsensiblen Unterricht geachtet. Zudem trägt das Fach Musik wie die anderen Unterrichtsfächer an unserer Schule zu einer Sensibilisierung für unterschiedliche Geschlechter- und Kulturperspektiven bei.

Mittelfristig ist daran gedacht, ein Konzept zur Erweiterung des Musikangebots an unserer Schule zu entwickeln, um noch besser unsere Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer musikalisch-ästhetischen Neigungen und Fähigkeiten fördern und fordern zu können.

Kooperationen

Die mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Chor der Stadt Bonn hat mittlerweile viele Schülerinnen und Schüler in fächerübergreifenden Projekten an klassische, teils fremdsprachige Chormusik herangeführt. Hier können sie ihre kreativen Fähigkeiten erproben und unvergessliche Erfahrungen machen. Beispiele sind die „Johannes-Passion“ von Johann Sebastian Bach, das Oratorium „Saul“ von Georg Friedrich Händel, das Melodram „Pierrot Lunaire“ von Arnold Schönberg sowie die Mitwirkung bei Aufführungen von Kantaten der Komponisten Ludwig van Beethoven, Arthur Honegger und Benjamin Britten. Weitere gemeinsame Projekte, unter anderem mit umliegenden Kirchengemeinden oder dem Beethoven-Orchester Bonn, waren das Musical „Joseph“ von Andrew Lloyd Webber und ein Mozart-Programm in der Beethovenhalle. Geplant ist die Teilnahme an einem städteübergreifenden Schülerprojekt zu Leonard Bernsteins Musiktheaterstück „MASS“.

Die „Musikschule“ in unserer Schule unterhält ebenfalls seit vielen Jahren verschiedene Kontakte zu außerschulischen Musikpartnern, dort schwerpunktmäßig im Bereich des Jazz.

Unsere „Musikschule“ in der Schule

An unserer Schule gibt es seit über zehn Jahren eine interne „Musikschule“, die regelmäßigen Instrumentalunterricht in Kleingruppen anbietet. Sie verfügt über rund 300 Musikinstrumente und hat inzwischen mehrere hundert Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Instrumenten ausgebildet. Es ist dies eine besondere und zusätzliche Chance für Kinder und Jugendliche musikalische Bildung zu erhalten. Alle Schülerinnen und Schüler der „Musikschule“ spielen in verschiedenen Ensembles im Schulorchester mit. Weit Fortgeschrittene spielen in der Big Band „Brassrock“. Auftritte und Konzerte der „Musikschule“ finden über das gesamte Jahr verteilt statt, zum Beispiel an Karneval, an Fronleichnam oder am Martinstag. Konzerte werden im Altenheim genauso wie in der Stadthalle oder der Bundeskunsthalle gegeben. Die Big Band „Brassrock“ spielt auch überregionale Konzerte. Die künstlerische Spanne unserer jungen Musizierenden reicht vom Anfänger bis zum angehenden Berufsmusiker. Eine intensive Förderung der Mitglieder unserer „Musikschule“ geschieht über die Kontakte und Aushilfen zu anderen Musikensembles und Musikinstitutionen der Region wie beispielsweise Musikvereine, Berufsorchester, Rundfunk, Kulturmanagement, Musik-Landesverbände.

Als musikalischer Botschafter unserer Schule vernetzen sich viele unserer Schülerinnen und Schüler mit Menschen, die den Einstieg in die spätere Lebenswelt erheblich erleichtern können. Regelmäßig wird durch die „Musikschule“ ein qualifizierendes Zeugnis ausgestellt, das den musikalischen und persönlichen Werdegang über die Jahre detailliert beschreibt und von vielen Personalchefs gerne gesehen wird. Durch die langfristige Beschäftigung mit praktischem Musizieren haben die Schülerinnen und Schüler der „Musikschule“ wichtige Schlüsselqualifikationen erworben: Teamfähigkeit, Toleranz, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit.