Ein Blick in die Nachbarschaft vor einem schicksalhaften Jahr

ESG-Lehrer Bernd Bauknecht (rechts) mit Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 9f bei der Eröffnung der Ausstellung ,,jüdische Nachbarn”

Wer in diesen Tagen durch das Foyer der ESG geht, wirft einen Blick in die „Nachbarschaft“, wie sie noch vor dem schicksalhaften Jahr 1933 aussah und ganz gewöhnlich war: Viele unterschiedliche Menschen, die friedlich und freundlich aneinander wohnten, darunter selbstverständlich auch Jüdinnen und Juden – so, wie man sich eine gute und vielfältige Nachbarschaft vorstellt. Dieser erwähnte „Blick in die Nachbarschaft“ geschieht freilich im übertragenen Sinne: An der ESG ist nämlich jetzt die Wanderausstellung „jüdische Nachbarn“ eröffnet worden. Das Projekt widmet sich den Biografien der Jüdinnen und Juden, die bis zum Jahr 1933 auf dem Land und in der Stadt Lippe, im Rheinland und in Westfalen ganz selbstverständlich gewohnt hatten. Noch im selben Jahr ergriffen die Nationalsozialisten die politische Macht – die grausame Judenverfolgung begann. Als Schule der Vielfalt möchte die ESG als Gastgeber der Wanderausstellung ein Zeichen setzen. „Wir wollen deutlich machen, dass Menschen jüdischen Glaubens stets zu unserem Land und zu unserer Gemeinschaft gehört haben und gehören“, kommentierte Schulleiterin Dorothee Seifert die Ausstellung bei der Eröffnung. Auch vor dem Hintergrund des Projekts „CleaRTeaching“ an der ESG sowie als Mitglied des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ präsentiert die Godesberger Schule die Ausstellung. Ralf Wörmann, Didaktischer Leiter, erklärte daher: „Wir sind als Schule seit Jahren sehr engagiert darin, unsere Schülerschaft vor den Gefahren aus den Bereichen Rechtsextremismus und Salafismus zu schützen. Dabei ist uns insbesondere der Kampf gegen Antisemitismus ein großes Anliegen.“ Noch bis zum 10. September kann man sich auf den 14 Plakaten über die Biografinnen der Jüdinnen und Juden informieren, die in der heimischen Region bis zum Jahr 1933 gelebt haben. 

Entworfen wurde die Ausstellung indes vom Netzwerk „Erziehung nach Auschwitz“, das zugleich ein Lehrerfortbildungsprojekt des Landes NRW ist. Als Projektpartner zur Entleihung fungiert das NS-Dokumentationszentrum „Vogelsang“ in der Eifel. Beiden gilt ein großer Dank, ebenso wie der Bezirksregierung Köln und der Bundeszentrale für politische Bildung, die die ESG beim Engagement gegen gewaltbereiten Rechtsextremismus und religiös begründeten Extremismus unterstützt. Zu guter Letzt dankt die ESG auch ihrem Didaktischen Leiter Ralf Wörmann, dem Arbeitskreis Interkulturelles Lernen und Jan-Hendrik Weinhold-Flum vom Projekt CleaRTeaching, die die Ausstellung erst möglich gemacht haben. HI